ThuLPE Ausgabe 19 – Psychopharmaka-schaden sie mehr als sie helfen?

ThuLPE Ausgabe 19 - Psychopharmaka - schaden sie mehr als sie nutzen?

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Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

wenn man in die Geschichte der Psychiatrie der letzten zweihundert Jahre zurück blickt, haben Psychopharmaka lange Zeit einen untergeordneten Platz eingenommen. Bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts gab es eigentlich nur Schmerz und Beruhigungsmittel, sowie einige wenige Medikamente ( Cardiazol, Salvarsan), die zur Behandlung psychischer Erkrankungen eingesetzt wurden, aber seit Jahrzehnten nicht nicht mehr zur Anwendung kommen.

In den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gelangten weitere psychoaktiven Substanzen auf den Markt, welche für die Pharmaindustrie zu einem Milliardengeschäft wurden. Heute – im einundzwanzigsten Jahrhundert zu leben, bringt ziemlich grosse Herausforderungen mit sich. Wir leben in einer Zeit der Hektik, die von der Macht der Medien bestimmt wird. Die Seelen der Menschen werden manipuliert, und es wird ihnen ein Leitbild des perfekten, leistungsfähigen und erfolgreichen Individuuns aufgedrängt. Wer es nicht schafft, dieser Norm zu entsprechen, gilt als Außenseiter, wenn nicht gar als Versager.

Immer mehr Menschen nehmen psychoaktive Stoffe zu sich, z.B. Alkohol, Drogen, Schmerzmittel, Psychopharmaka. Wirkstoffe, welche unsere psychische Befindlichkeit, unser Erleben verändern, die uns dazu verhelfen, Erwartungen zu erfüllen, denen wir ohne sie nicht gewachsen wären.
Allerdings führt der Konsum von stimulierenden Substanzen gemeinhin und größtenteils in die Abhängigkeit, aus welcher viele der Betroffenen keinen Ausweg mehr finden.
Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Anteil der Menschen, welche von psychischen Erkrankungen betroffen sind, sich im Ansteigen befindet. Wer sich an einen Arzt wendet, erwartet Hilfe und erhofft eine Besserung seiner Beschwerden, die Aufhellung von Depressionen, das Verschwinden seiner Ängste. Schon allein der Besuch eines Facharztes, das Gespräch über sein Leiden kann Besserung bewirken. Doch welche Rolle spielen diesbezüglich vom Arzt verordnete Psychopharmaka? Das diese schädliche Nebenwirkungen zeigen, wie jedes chemisch erzeugte Medikament, ist kein Geheimnis. Aber wie sieht es aus, wenn ein psychisch Kranker mir vernünftiger Dosierung ein für ihn erträgliches Leben führen kann, was ihm ohne Medikation nicht möglich wäre? Psychopharmaka – Ja oder Nein – eine brisante Frage …….
So sind Alternativen in der Behandlung Betroffener gefragt. Und den Fokus darauf zu richten, was die Ursachen für das Leid psychisch kranker Menschen sind.
Psychopharmaka, wenn nötig – ja – aber in durchdachter Dosierung und nicht von einem Bonus der Pharmaindustrie abhängig.
Kompetente Psychotherapie muss und sollte mit an erster Stelle stehen.

Pia Bauer
im Namen der Redaktion

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